Unbeabsichtigtes Auflaufen

Bei ablaufendem Wasser arbeitet die Zeit gegen Einen. Dann heißt es schnell einen Plan machen. Als erstes natürlich jede Art von Vortrieb reduzieren: Bug in den Wind drehen, Motor aus oder rückwärts. Wenn man rückwärts nicht freikommt, mit einem Bootshaken prüfen, auf welcher Seite des Bootes der Grund tiefer wird. 
Am schnellsten kommt man frei, wenn man das Boot krängt. Wenn der Wind in Richtung des tieferen Wassers weht, kann man einfach die Fock backhalten. Ansonsten hilft Gewichtsverlagerung, am effektivsten geht das, wenn man sich mit dem Großbaum außenbords fiert.

Freischleppen mit fremder Hilfe. Mein Tipp: nehmen Sie zum Freischleppen das Spifall. Das ist so ausgelegt, dass der Spi das Boot flach auf Wasser legen kann. Die Belastung beim Freischleppen ist nicht größer. Sind Sie sich unsicher, ob Ihr Fall das hält, fragen Sie bei der Werft oder dem Konstrukteur.
Wichtig ist, dass der Helfer etwa 90 Grad zur Mittschiffslinie, also seitlich zieht. Das Boot wird gekrängt, der Tiefgang verringert sich, und Sie kommen ohne große Belastung ? schonend für Kiel und Klampen ? spielend einfach frei. Die Methode funktioniert auch perfekt mit einem Anker, den man mit einem Beiboot ? oder zu Fuss ? weit vom Boot ausbringt. So weit, dass der Winkel zum Mast flach genug ist, damit der Anker nicht ausbricht.

Mit ca. 45 Grad Kursabweichung zum Hauptstrom kommt man in der Regel wieder frei.

Wenn man nicht freikommt, dann ist es wichtig, dass das Boot zur höheren Seite des Grundes in kippt. Das erreichen Sie am sichersten auch durch das Ausbringen eines Ankers. Die Ankerleine verbinden Sie mit einem Fall, und sorgen so dafür, dass das Boot zur richtigen Seite hin krängt.